MIETER HELFEN MIETERN
Frankfurt e.V.

Frankfurter Rundschau, 09.12.2009, Georg Leppert

Frankfurt
Vermieter zahlt nicht
Mainova dreht den Hahn zu

Wenn's nicht mehr aus dem Hahn fließt, wird es schwierig im Haushalt...

Ernst Peppel hat es eilig. Der Mieter des Hauses Dieburger Straße 17 hat am Mittwoch viele Termine - unter anderem bei Anwälten. Denn Peppel versucht, "den schlimmsten Fall" abzuwenden, wie er sich ausdrückt. Er will verhindern, dass der Energieversorger Mainova ihm und seinen 15 Nachbarn in den Häusern Dieburger Straße 17 und 19 am Donnerstag das Wasser abstellt.

Denn mit einem Schreiben vom 27. November hat die Mainova diesen Schritt angekündigt. Grund sind Zahlungsrückstände des Vermieters, die sich auf einen "niedrigen fünfstelligen Betrag summieren", wie Mainova-Pressesprecher Frank Döbert sagt. Im Schreiben an die Mieter heißt es: "Wir versichern Ihnen, alles uns mögliche zur Vermeidung dieser Maßnahme getan zu haben, sehen aber in Anbetracht der drohenden Zahlungsausfälle derzeit keine andere Möglichkeit mehr."


Ernst Peppel ist sauer. Selbstverständlich habe er - genauso wie alle anderen Mietparteien in den beiden Häusern - die Nebenkosten pünktlich an den in Bad Homburg lebenden Vermieter überwiesen. Allerdings habe es mit dem Mann in den vergangenen Jahren häufig Ärger gegeben. Die Nebenkostenabrechnungen seien oft sehr spät bei den Mietern eingetroffen und hätten Fehler enthalten.

"Offenbar ist unser Vermieter kein ehrlicher Kaufmann", sagt Peppel. Ihm sei auch nicht neu, dass der Mann bei der Mainova Schulden hat. Dass es nun aber so schlimm kommt, habe er nicht erwartet. Ohne Wasserversorgung sei das Haus doch "faktisch unbewohnbar" - insbesondere für die Familien mit Kleinkindern, die in der Dieburger Straße 17 und 19 leben.

Der Vermieter ist für die FR am Mittwoch nicht zu sprechen. Um seine Liegenschaften in Fechenheim kümmert sich eine Hausverwaltung. Die aber weist jegliche Verantwortung von sich. Zuständig sei der Vermieter, "mehr können wir nicht sagen", heißt es.

Vermieter muss Hotel zahlen

Dass die Mainova das Recht hat, in einem solchen Fall das Wasser abzuschalten, bezweifeln weder Mieterschutzbund noch Verein "Mieter helfen Mietern". Allerdings könnten Mieter die Schulden ihres Vermieters beim Energieversorger begleichen, damit weiter Wasser aus dem Hahn kommt, sagt Rolf Janßen, Geschäftsführer des Mieterschutzbundes. Dann hätten sie früher erfahren müssen, dass die Mainova das Wasser abstellen will, findet Jürgen Lutz, Vorstandssprecher von "Mieter helfen Mietern". Mainova-Sprecher Döbert entgegnet: "Eine Frist von zwei Wochen ist ausreichend."

Unstrittig ist, dass die Mieter in einem Haus ohne Wasser nicht bleiben müssen und dem Vermieter etwa Hotelkosten in Rechnung stellen dürfen. Dann müssen sie darauf hoffen, dass der Mann zahlungsfähig ist. Jürgen Lutz rät, in jedem Fall, die Miete für die Zeit ohne Wasser einzubehalten. "Das müssen sie dem Vermieter nur mit kurzer Frist androhen."