MIETER HELFEN MIETERN
Frankfurt e.V.

Hanauer Tagesanzeiger vom 17.10.2016

MAINTAL

Initiativen widersprechen Stadt

"Mietspiegel nicht für 70 000 Euro" - Mieterbund: "Goldgräberstimmung"

Kenner der Thematik mag die Absage eines Gesprächstermins zum Maintaler Mietspiegel von Seiten von Haus und Grund (Wir berichteten) nicht überrascht haben. Dennoch ernten die Eigentümervereinigtingen naturgemäß Kritik.

"Haus und Grund Hanau soWie Haus und Grund Bergen-Enkheim nutzen die derzeitige Wohnungs marktlage aus, um die Mietpreise der knappen Ressource Wohnen in die Höhe zu treiben", urteilt Hans~Egon Heinz, der Vorsitzende des Hanauer Mieterbunds über die Gesprächsabsage. Heinz vermute allmählich, "dass bei Haus und Grund eine Goldgräberstimmung ausgebrochen ist".

Bei der Mieterinitiative Nassauische Heimstätte (NH) und dem Verein Mieter helfen Mietern Frankfurt hatte man wohl mit der Absage gerechnet: "Erwartungsgemäß ist auch der abermalige Versuch der Stadt Maintal gescheitert, die Vermieterlobby für einen einfachen Mietspiegel ins Boot zu holen", teilen Brunhilde Fahr (Mieterinitiative NH) und Jürgen Lutz (Mieter helfen Mietern) mit. Dass die Stadt Maintal nun die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels prüfen wolle, wie Erster Stadtrat Ralf Sachtleber mitteilte, stößt bei den Initiativen auf wenig Gegenliebe. Dieser Schritt kann keine Abhilfe bringen und ist nur ein taktisches Manöver", so die Mitteilung. Ein solcher Mietspiegel sei allenfalls. "Zukunftsmusik", weil er nicht vor Ende 2018 vorliegen könnte.

Dies gehe allein aus der Verfahrens dauer hervor: Ausschreibung des Auftrags, Auswahl des Instituts, parlamentarische Genehmigung auch. der Kosten, Datenerhebung, Datenauswertung, Mietspiegelmodellerstellung und Abstimmungen, Diskussionen der Interessenverbände zu Entscheidungen über Fragen der Ausgestaltung. Auch der Kostenfaktor werde von Sachtleber unterschätzt. In Frankfurt koste laut denbeiden Initiativen der Mietspiegel mittlerweile rund 700 000 Euro. "Für Maintal werde es sicher billiger gehen. Jedenfalls wäre aber für die genannten 70 000 Euro kein Mietspiegel zu haben, der den immer zu erwartenden juristischen Angriffen standhält", sind Fahr und Lutz überzeugt.

Das Argument von Haus und Grund Hanau, es stünde eine Gesetzesänderung bevor, die eine derzeitige Mietspiegelerstellung schon bald überhole, lassen die Mietervertreter nicht gelten: "Es gibt seit mindestens 15 Jahren solche Gesetzesinitiativen. Die jetzige, mieterfreundliche Initiative Wird voraussichtlich an der Verzögerungstaktik der CDU scheitern. In welche Richtung es dann nach der Bundestagswahl 2017 weitergeht, steht in den Sternen." • das

Mietspiegel

Der Maintaler Mietspiegel lief 2013 aus. Seitdem konnten sich die Verhandlungspartner Haus und Grund Hanau, Haus und Grund Bergen-Enkheim und Mieterbund Hanau nicht einigen beziehungsweise ließen die Eigentümerverbände die Gespräche platzen. • das