MIETER HELFEN MIETERN
Frankfurt e.V.

Frankfurter Rundschau vom 05.06.2010, Stefan K. Behr

Frankfurt
Nur noch teuer
Mieterverein warnt vor Mainfeld-Sanierung

Der Verein Mieter helfen Mietern hält die Pläne zur Umgestaltung der Hochhaussiedlung im Mainfeld für einen "bundesweit einzigartigen Umbau einer Sozialsiedlung" - und das keineswegs in einem positiven Sinne.

"Die jetzt vorliegenden Entwürfe der Architektenbüros... sind im für die Mieter entscheidenden Punkt alle gleich: Die Mieter müssten während der Baumaßnahmen aus den Wohnungen ausziehen und für längere Zeit in anderen Wohnungen untergebracht werden", sagt der Verein. Dabei sei eine so rabiate Sanierung überhaupt nicht im Sinne der Menschen, die dort wohnen.

Als Hintergrund wittert der Verein drei Motive: "Die Siedlung soll hinterher ausschließlich nach hochpreisigem Wohnen aussehen. Ein möglichst großer Teil der bisherigen Mieter soll seine Wohnungen endgültig aufgeben. Die ABG will sich bundesweit als Vorreiter der Modernisierung sozialen Wohnraums profilieren."

Das auf solchen Aktionen kein Segen liege, zeige auch der Vergleich mit dem Vorgehen in der City-West. Auch dort sei den Mietern der Rückzug in ihre Siedlung garantiert worden. Doch es habe sich herausgestellt, dass sich die angebotenen Sozialwohnungen nicht in den Neubauten, sondern in anderen Gebäuden befunden hätten, von denen zuvor keine Rede gewesen sei. "Die Tatsache, dass dieser ignorante Umgang mit den City-West-Mietern bis heute nicht aufgearbeitet wurde, sondern sogar als Teil einer gelungenen Aktion präsentiert wird, lässt für die Mainfeld-Mieter nichts
Gutes erwarten."

Die einzige Möglichkeit, dem Mainfeld neues Leben einzuhauchen, ist nach Meinung des Mietervereins die Sanierung des Bestandes - ohne dass die Bewohner zwangsläufig umziehen müssten - mit einem zeitgleichen Neubau auf den Freiflächen. Dies sei auch allein angesichts der ungeheuren Kosten, die auf die Stadt zukämen, die einzige "vernünftige beziehungsweise realisierbare Entscheidung". skb

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