MIETER HELFEN MIETERN
Frankfurt e.V.

Frankfurter Rundschau, 21.04.2009, Jutta Ochs

Die Lyoner wird ein Star

Mieterschützer freuen sich über Umwandlung der Bürostadt
Der Verein "Mieter helfen Mietern" glaubt an einen langfristigen Erfolg des Vorhabens, aus der Bürostadt Niederrad einen Wohnstadtteil zu machen. Die Mieterschützer halten sogar ein "weltweit richtungsweisendes Stadtteilprojekt" für möglich, das zudem "Star" einer geplanten Internationalen Bauausstellung werden könnte.

Wie berichtet, hat in der Bürostadt Niederrad in der Lyoner Straße 19 der erste Eigentümer begonnen, sein Bürohochhaus in ein Wohnhochhaus umzuwandeln. Die Stadt hatte zuvor das Rahmenkonzept für ein rund 100 Hektar großes "Lyoner Viertel" vorgelegt", das unter anderem neue Wege und Grünflächen vorsieht, um das Areal für künftige Bewohner attraktiver zu gestalten. Ziel ist es, mehr günstigen, innenstadtnahem Wohnraum zu schaffen.

Die 98 neuen Wohnungen in der Lyoner Straße 19 werden teilmöbliert sein, eine Miete von 14 Euro pro Quadratmeter wird verlangt werden. Zwar sei angesichts einer solchen Miethöhe noch "keine direkte Entlastung des Marktes für niedrige Einkommen" zu erwarten, sagt Jürgen Lutz, Vorsitzender von "Mieter helfen Mietern". Dies aber könnte sich ändern, wenn die Bürostadt Niederrad ein "gesundes, nach Einkommensgruppen durchmischtes Gebiet für Wohnen und Arbeit" geworden sei.

Gute Aussichten habe eine Wohnstadt Niederrad auch deshalb, weil es nicht nur zunehmend Leerstände gebe, sondern auch die Büromieten insgesamt sinken. In der Bürostadt sind etwa 300 000 Quadratmeter Gewerbefläche nicht vermietet. Und selbst wenn sich noch ein Büromieter finden lasse, so Mieter helfen Mieter, zahle dieser nicht mehr als etwa zehn Euro pro Quadratmeter. Gut ein Drittel der Eigentümer litten wegen Leerstands unter einem "Totalausfall" bei den Mieteinnahmen. Dies belege, dass die Eigentümer unter einem erheblichen "wirtschaftlichen Verwertungsdruck" stünden, der die Umwandlung in Wohnraum stark begünstige. ox.