MIETER HELFEN MIETERN
Frankfurt e.V.

Frankfurter Neue Presse, 19.05.2008, Sören Rabe

Frankfurt

Mieter-Verein warnt: Es fehlen Sozialwohnungen

Der Verein Mieter helfen Mietern mahnt den Bau von Sozialwohnungen in Frankfurt an. Angesichts der massiven Schrumpfung des Bestandes „wird der Bau neuer Sozialwohnungen immer dringlicher“, so Vereinssprecher Jürgen Lutz. Nachdem sich Bund und Land zurückgezogen hätten, liege die Aufgabe allein bei der Stadt. „Doch die Verantwortlichen lehnen es ab, hierfür Mittel bereitzustellen.“

Nicht einmal 100 Sozialwohnungen würden von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding jährlich gebaut. Dem gegenüber stellt Lutz die Stadt Bad Homburg, die 2006 für über 300 Wohnungen, die ehemals der Landesärztekammer gehörten, kommunale Belegungsrechte geschaffen habe.

Die ABG hingegen betreibe in den vergangenen Jahren ihren Neubau „hauptsächlich auf Filetgrundstücken und errichtet dort hauptsächlich Eigentumswohnungen“. Der ehemals proklamierte Mix ein Drittel sozialer Wohnungsbau, ein Drittel normale Mietwohnungen und ein Drittel Eigentum sei still aufgegeben worden. Als „sozialen Ausgleich“ fordert der Verein, dass die von der ABG erzielten Gewinne aus diesen Projekten für die Förderung von Sozialwohnungen eingesetzt werden.

Es falle auch auf, dass sich die Stadt bzw. die ABG – anders als Nassauische Heimstätte und die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Hessen (GWH) – nicht in den Gebieten engagiere, in denen ein städtebauliches Konzept gefragt sei, wie am Rebstock, im Europaviertel oder auf dem Riedberg. Gerade hier könnten auch Wohnungen für Einkommensschwache integriert werden, ohne dass ein Ghettoeffekt entstehe.

Darüber hinaus drohe dem sozialen Wohnungsbau durch die Schrumpfung des Bestands eine Konzentration der Ärmsten der Armen. Wenn nicht wesentlich mehr neue Wohnungen gebaut würden, „werden die letzten Reste des sozialen Wohnungsbaus bald zu sozialen Brennpunkten“, fürchtet Lutz. (sö)

Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse